A Blog about Fashion and Lifestyle

Ein Tagebucheintrag

Donnerstag, 30. August 2018

Ihr Lieben,

seit mittlerweile über sieben Jahren teile ich hier auf dem Blog mein Leben mit euch. Na klar, viele Beiträge beschäftigen sich mit eher ,,oberflächlichen'' Themen wie Mode, Inneneinrichtung und Beauty. Viele private Themen greife ich hier gezielt auch gar nicht auf, da ich mir diesbezüglich (schon von Anfang an) klare Grenzen gesetzt habe. Insgesamt habe ich euch jedoch während all' meiner verschiedenen Lebensabschnitte der letzten Jahre (sei es die Zeit meines Abiturs, der Umzug nach Hamburg, der Beginn meines Studiums und schließlich der Ausbau meiner Selbstständigkeit) mitgenommen, was für mich mittlerweile auch einfach dazugehört. Zum einen, weil ich weiß, dass diese Texte von vielen lieben Menschen gelesen werden, denen seit Jahren gefällt, was ich mache und zum anderen auch, weil ich den Blog nach wie vor als eine Art ,,Tagebuch'' sehe, was ich mir von Zeit zu Zeit selbst sehr gerne durchlese. Auch der heutige Beitrag ist definitiv in die Abteilung ,,persönliche Posts'' einzuordnen, aber eins nach dem anderen:

In etwa einem Monat ist es so weit und mein Onlineshop ohjune wird ein Jahr alt! Es ist absolut verrückt, diesen Satz ausgeschrieben zu sehen, denn mir kommt es wie gestern vor, dass ich gemeinsam mit Annelie die Produktfotos produziert habe und gleichzeitig versucht habe, 1000 kleine und große ,,Problemchen'' zu lösen, damit der Shop endlich online gehen kann. Wenn ich die Wochenplaner und Notizblöcke heute in den Händen halte, erinnere ich mich jedes Mal an jede einzelne Hürde, die ich (immer mit riesiger Unterstützung von Annelie) während der ganzen Reise gemeistert habe - ob bezogen auf die Produktdesigns, die Software des Shops oder in rechtlicher Hinsicht. Auch als die Eröffnung des Shops dann endlich geschafft war, warteten viele neue Aufgaben auf mich. Sowohl die (ziemlich komplexe) Bestellbearbeitung als auch die gesamte Organisation, die hinter einem Onlineshop steckt, war absolutes Neuland für mich. Auch die Vermarktung war natürlich direkt am Anfang extrem wichtig, denn was brachten uns schon die schönen Produkte, wenn uns bzw. ohjune niemand kannte? Dementsprechend war mein Anspruch an diesen Arbeitsbereich besonders groß und ich merkte, dass mir vor allem die Arbeit in Richtung Marketing besonders viel Freude bereitet ... 

Julia-BlogpostMärz1

Jetzt, knapp ein Jahr nach Eröffnung des Shops, hat sich alles super eingespielt - die Kombination der Arbeit für den Shop und den Blog ist mir im Alltag gut gelungen, ich habe von Montags bis Freitags einen relativ geregelten Arbeitsalltag und kann in meiner jetzigen Situation problemlos von meiner Selbstständigkeit leben. An diesem Punkt des Textes kommt euch bestimmt ein Gedanke wie ,,Klingt doch super, was will sie dann noch mehr?'' in den Kopf, was absolut verständlich ist. Ja, wenn ich den Text bis hierhin lese, hört sich tatsächlich alles so an, wie ich es mir ursprünglich gewünscht habe. Doch für mich persönlich muss es weiter gehen und zwar in einer anderen, ,,gesteigerten'' Form bezogen auf die Arbeit. Ich war schon immer ein Mensch, der sich viele Gedanken um die Zukunft gemacht hat, weshalb es anfangs auch ziemlich schwierig war, mich auf den (ungewissen) Weg ,,ohjune'' überhaupt einzulassen. In den letzten Monaten hat sich mir gezeigt, dass das ganze Projekt ohjune enorm gesteigert werden müsste (Professioneller Ausbau der Produktpalette, Anmietung von Büro- und Lagerfläche, Aufbau eines Teams für die verschiedenen Arbeitsbereiche {Produktentwicklung, Versand, Shop Management, Marketing ...}), damit das Ganze für mich persönlich meine langfristige Zukunft darstellt und sichert. Über diesen Punkt habe ich mir eine halbe Ewigkeit meine Gedanken gemacht und bin zu dem Entschluss gekommen, dass ich mich zum jetzigen Zeitpunkt der riesigen Aufgabe, ein Unternehmen derartig auszubauen, (noch) nicht gewachsen fühle. Die Schlussfolgerung daraus: ohjune wird von mir weiterhin parallel zum Blog in ,,kleinerem'' Stil betrieben werden, was jedoch gleichzeitig bedeutet, dass ich mich arbeitstechnisch zusätzlich (oder vielleicht sogar ersetzend) umsehen muss und werde, um hinsichtlich der Zukunft einen sichereren Weg gehen zu können. 

Wie das genau aussehen wird? Ob ich im Bereich Marketing Fuß fassen werde und möchte? Ob ich noch ein Studium beginnen werde oder mich für einen Quereinstieg entscheide? Wie es dann
konkret weitergeht? Diese Fragen (und viele, viele weitere) kann ich zum jetzigen Zeitpunkt, um ehrlich zu sein, nicht beantworten. Diese Tatsache hat mich (als immer durchgeplanten und organisierten Menschen) in den letzten Wochen und Monaten extrem beschäftigt und belastet. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass das in diesem Moment großartig anders aussieht. Vor allem die Tatsache, dass ich (noch) nicht über einen klassischen Ausbildungsweg verfüge beunruhigt mich nach wie vor sehr. 

Doch einen Gedanken gibt es, der mich diesbezüglich immer wieder ermutigt: Ich bin in den letzten Jahren meinem Herzen gefolgt, habe einen lang gehegten Traum verwirklicht und die Arbeit war (und ist) für mich in keinem Moment Arbeit, sondern Passion. Ich stehe morgens gerne auf, freue mich schon am Wochenende darauf, montags wieder voller Elan in eine neue Arbeitswoche zu starten. Ich liebe es zu sehen, wie ich an den vielen Aufgaben, der großen Verantwortung und auch dem Druck, dem ich oft ausgesetzt bin, Stück für Stück gewachsen bin und wie unglaublich viel ich während der ganzen Zeit gelernt habe. 

All' das für einen Job hinschmeißen, den ich vermutlich den Rest meines Lebens ausüben werde und in dem ich nur auf das Wochenende hinarbeite? Das ist es mir nicht wert und das ist nicht der Anspruch, den ich an mich selbst habe. Aus diesem Grund habe ich mich mit der Tatsache abgefunden, dass es in meinem Fall eben nicht möglich ist, den beruflichen Weg detailliert und sicher zu planen und das ich dementsprechend auch nicht erwarten kann, den weiteren Weg absolut geradeaus und ohne weitere Hürden gehen zu können. Doch das ist mir, wie schon gesagt, um einiges lieber, als mich letztendlich überstürzt für etwas zu entscheiden, hinter dem ich nicht zu 100% stehe und an dem ich keine Freude habe bzw. finde. Ich werde mir Zeit nehmen, möchte meinen Anspruch, den ich an meinen weiteren Weg habe, bewahren und hoffe sehr, dass sich dies bei meiner Suche letztendlich auszahlen wird. Bis dahin ist eins ganz klar: Ich genieße jeden Tag, an dem ich die Arbeit ausüben kann, die mir riesige Freude bereitet, die mich persönlich weiterbringt und absolut erfüllt. 

* Werbung / Eigenwerbung

4 Comments

Anonym
1. September 2018 um 23:07

Was sagen denn deine Eltern dazu?Klar,sie unterstützen dich sicher,aber raten sie dir nicht auch zu einer Ausbildung oder Studium?

Anonym
1. September 2018 um 23:10

Mir wäre das zu unsicher.Aber ich finde es gut,dass du das tust,was dir im Moment am Wichtigsten erscheint.

Kim
2. September 2018 um 12:12

Was für ein toller, ehrlicher Beitrag! Mir geht es momentan ähnlich, ich würde mir wünschen, dass meine Zukunft gesichert ist und ich einen Plan habe. Stattdessen habe ich mein Linguistik Studium abgebrochen, mache momentan ein Praktikum, was danach kommt weiß ich nicht. Irgendwie hängt alles in der Luft, aber andererseits kann ich es mir, wie du, nicht vorstellen, einen sicheren Weg zu gehen, um mein Leben lang nur auf das Wochenende zu warten....

Anonym
2. September 2018 um 14:00

Hey, vielen Dank für diesen offenen Post :) Ich kann gut verstehen, wie viel Überwindung es manchmal kostet solche Details mit der Öffentlichkeit zu teilen. Irgendwie dachte ich immer du hättest bereits studiert?

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